1927 Weißenhof

Als Bauausstellung des Deutschen Werkbunds und der Stadt Stuttgart entstand 1927 am Stuttgarter Killesberg die Weißenhofsiedlung. Unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe errichteten führende Vertreter des Neuen Bauens – darunter Le Corbusier, Walter Gropius, Hans Scharoun und die Brüder Bruno und Max Taut – 21 Musterhäuser mit insgesamt 63 Wohnungen. In ihrer schnörkellosen Modernität ist die Siedlung ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und kulturellen Umbrüche des frühen 20. Jahrhunderts. Sie war Teil der Ausstellung „Die Wohnung“, die auch an anderen Orten Stuttgarts stattfand.

Errichtet wurden die Häuser in nur 21 Wochen, ihr Äußeres wie auch die verwendeten Materialien und Bautechniken unterschieden sich radikal vom damals Gewohnten. Die Architekten strebten danach, Licht und Luft in die Wohnräume zu bringen und durch rationelle Methoden bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Sie entwarfen nicht nur die Gebäude, sondern gestalteten auch die Inneneinrichtung und entwickelten so ein umfassendes „Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen“.

Heute gilt die Weißenhofsiedlung als eine der bedeutendsten Architektursiedlungen der Neuzeit und ist ein weltweit beachtetes Vorbild der modernen Architektur. Jährlich kommen mehr als 30.000 Besucher in die Siedlung und das 2006 eröffnete Weißenhofmuseum.

www.weissenhofmuseum.de
www.weissenhof.ckom.de