1987 IBA Berlin

30 Jahre nach der Interbau (IBA 57) brachte die Internationale Bauausstellung 1987 in Berlin die Abkehr vom Städtebau der Nachkriegszeit. An Stelle der Flächensanierung – also der Tabula Rasa, in der ganze Viertel abgerissen und durch völlig neue Strukturen ersetzt wurden – trat die behutsame Stadterneuerung. Auslöser waren unter anderem die Proteste, die sich Mitte der 1970er-Jahre gegen Abriss und Wohnungsnot formiert hatten, etwa in Form der „Instand(be)setzungen“ leerstehender Häuser.

Aufgeteilt in „IBA-Altbau“ und „IBA-Neubau“ verfolgte die IBA 1987 sowohl die Modernisierung von Altbauten als auch die „kritische Rekonstruktion“ der Stadt mit neuen Häusern im Bestand. Für die IBA-Neubau entwarfen internationale Architekten eine ganze Reihe größerer Einzelprojekte, etwa das „Haus am Checkpoint Charlie“ von Peter Eisenman oder die Bebauung des Tegeler Hafens mit einer Mischung aus Sozialwohnungen und Stadtvillen.

Vor allem die IBA-Altbau führte die Stadtplanung in eine neue Epoche der Erhaltung und Weiterentwicklung vorhandener Stadtstrukturen. Mit ihren Pilotprojekten – oft unter Beteiligung der Bewohner – war sie Auslöser für Förderprogramme und Änderungen im Städtebaurecht. Der Erfolg trug zudem dazu bei, dass die zu DDR-Zeiten vernachlässigte Altbausubstanz Ost-Berlins nach dem Mauerfall erhalten und modernisiert wurde.

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